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In dem Artikel äußert sich Dr. Friede aus Neubrandenburg als pädagogischer Berater zu den Umständen und Folgen einer Kontaktunterbrechung von Kinder zu ihren Vätern. Der Artikel wird der Bedeutung der Väter für ihre Kinder nicht gerecht. http://www.svz.de/artikel/article//nach-der-scheidung-kein-kontakt.html Im Folgenden eine Erwiderung zur Darstellung von Dr. Friede sowie eine Entgegnung / Erläuterung von Dr. Friede:
Sehr geehrter Herr Dr. Friede,
jedes Kind hat Vater und Mutter, jedes Kind braucht beide Eltern !
In Ihrem Artikel in der SVZ vom 7. 4. 2010 treffen Sie apotiktisch Feststellungen zur Entbehrlichkeit , letztlich zur relativen Bedeutungslosigkeit von Vätern für ihre Kinder, ohne sie zu begründen oder in ein Verhältnis zu setzen zur Bedeutung von Müttern für ihre Kinder.
Sie formulieren Ihre Position nicht neutral, sprechen nicht von einem Elternteil, sondern nennen nur Väter, zu denen der Kontakt "ausgesetzt" werden könnte. Sie bleiben jeden Hinweis auf eine fachliche, gar wissenschaftlich fundierte Begündung für diese einseitige Darstellung schuldig.
Ihre Darstellung ist eine Abwertung aller Väter, auch der Väter, die mit ihren Kindern täglich zusammen leben.
Sie ist auch eine Beschädigung aller Kinder, die ihre Väter letztlich abgewertet sehen, allemal derjenigen Kinder, die fremdbestimmt gegen ihren eigenen Willen auf einen Kontakt zu ihren Vätern verzichten müssen.
Oft werden Kinder subtil oder offen vom betreuenden Elternteil manipuliert, damit sie auf ihren Kontakt zum anderen Eltenteil aus vermeintlich eigenem Willen verzichten. Mit Ihrer pauschalen Darstellung leisten Sie solchen Manipulationen Vorschub. Betreuende Elternteile werden ermuntert, mit einem Kontaktabbruch zum anderen Elternteil die "schnelle Lösung" zu suchen, sie werden von ihrer Verpflichtung befreit, dass beide Eltern im Interesse des Kindes eine Verständigung suchen müssen. Die Ermöglichung eines Kontaktabbruchs ist die Ermutigung zum Streit für den betreuenden Elternteil.
Diesem wird mit einem Kontaktabbruch ein scharfes Schwert in die Hand gegeben, mit dem sie den anderen Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, massiv verletzen und abstrafen können. Dieses geschieht leider oft. Übrigens: Wie sehen Sie eigentlich die Gefühle, die Interessen der Väter ? Haben die Väter nicht auch legitime Interessen, Rechte ?
Inhaltlich möchte ich lediglich auf die Darstellung von Bruno Hildenbrand im Familienhandbuch des des Bayrischen Staatsinstituts für Frühpädagogik „Kein Kontakt zum anderen Elternteil - Konsequenzen für Kinder“ hinweisen. http://www.familienhandbuch.de http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Teilfamilien/s_1492.html
Ich lade Sie ein, sich auf www.vaeter-schwerin.de einer differenzierenden Diskussion zu stellen. Mit freundlichen Grüßen Gerhard Bley _________________________________________
Sehr geehrter Herr Bley,
vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen kurzen Beitrag in der SVZ. Ich bin in einer vollständigen Familie mit Vater aufgewachsen und habe meine Kinder ebenfalls in einer vollständigen Familie aufwachsen lassen können. Ich weiß, wie wichtig ein Vater für das Heranwachsen eines Kindes ist und stelle keineswegs seine Wirkungen auf eine vielseitige Entwicklung in Frage. Immer davon ausgehend, dass die Eltern zum Wohle des Kindes zusammenwirken. Wenn es jedoch zu Trennungen von Eltern kommt, in deren Verlauf das Kindeswohl nicht mehr Priorität hat, Rechte zum Umgang mit dem Kind bemüht werden, Absprachen zwischen den Eltern nicht vorhanden sind oder nicht eingehalten werden, dann weiß ich aus der täglichen Arbeit, dass die Konfusionen für das Kind oft sehr groß werden und pathologische Auswirkungen erreichen können. Eine Abwägung der Kindesinteressen hat m.E. vor den Rechten zum Umgang mit dem Kind zu rangieren. Der Schmerz und die Trauer eines Vaters, der keinen Kontakt zu seinem Kind haben kann, seine Verbitterung über das Ausklinken aus dieser Beziehung sind mit Sicherheit oft nicht zum Aushalten. Aber welches Recht kann hier wirklich im Einzelfall alles regeln? Der "Kaukasische Kreidekreis" von Brecht oder Lessings "Ringparabel" bieten dazu immer wieder Stoff. Ich würde mich freuen, wenn Sie den Beitrag von mir für Ihre Homepage mit diesem Anschreiben verwenden würden. Ich hoffe immer dabei, dass Vernunft und eine gute Beziehungsklärung der Eltern für das Sichern des Kindeswohls Priorität erhalten. Mit freundlichen Grüßen Dr. I. Friede |
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